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Das heutige Studiotheater der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wurde zwischen 1887 und 1889 als Tanzsaal errichtet und diente von 1913 bis 1920 als Hinterhofkino ROXY. Erst die Bomben des Zweiten Weltkriegs legten das Innere des Blocks und somit das heutige Ensemble-Denkmal frei. Die Gründung des Berliner Arbeiter- und Studententheater, kurz bat, schuf zu Beginn der 60er Jahre die Grundlage für den heutigen Experimentierraum. Wolf Biermann und Brigitte Soubeyran wollten das Theater 1963 u.a. mit der Premiere von Berliner Brautgang eröffnen. Die Behandlung des Berliner Mauerbaus im Stück erzeugte jedoch politisches Missfallen und führte zur Schließung noch vor der ersten Aufführung. Es ging über an die heutige Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und entwickelte sich zum Lehr- und Experimentierraum.
Die Räume waren lange geprägt von den Umbauten der 60er Jahre. Der Entwurf von O&O Baukunst sieht die Schaffung von mehr Freiraum und Flexibilität durch die Entfernung unnötiger Grenzen vor. Die neue räumliche Sequenz fängt den Theaterbetrieb funktional und räumlich auf. Die aufgeräumte Eingangssituation und das große Foyer geben der Studiobühne mit zurückhaltenden weißen Oberflächen und rotem Estrich einen angemessenen Auftritt. Das zweite Foyer bildet in seiner Materialität den Übergang in die Studiobühne ab. Diese wird als eine black box ausgebildet. Die Studierenden können die Ausstattung flexibel anpassen, die Bühnentechnik eigenständig nutzen und aus dem Theaterraum heraus bedienen. Die vom Putz befreiten rohen Ziegelwände sind zugleich widerstandsfähige Spielfläche und Hintergrund für die Aufführungen.

Fotos: Stefan Müller

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